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Die heilige Trinität in der Astrologie

Höre; o innig Geliebter!
Ich Bin die Wirklichkeit der Welt,
der Mittelpunkt des Kreisumfangs,
Ich Bin die Teile und das Ganze,
Ich Bin der Wille,
eingesetzt zwischen Himmel und Erde
Ibn ´Arabi

In den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der Meister Djwhal Khul (der Tibeter) in dem Buch „Esoterische Astrologie“ mit Alice A. Bailey eine grundlegend neue Astrologie formuliert. Diese Astrologie wurde von bedeutenden Lehrern und Meistern weiterentwickelt. Dazu zählen insbesondere die Meister CVV, E. Krishnamacharya und K. P. Kumar. Der folgende Artikel erläutert einen Aspekt dieser neuen (alten) Weisheitsastrologie, deren Grundlage das Dreifache in Erscheinung-Treten allen Lebens ist.

Die Spirituelle Astrologie ist ein Schlüssel, um diesen Vorgang zu verstehen, denn gemäß des Gesetzes der Entsprechung ist, wie Hermes Trismegistos es vor 3000 Jahren formulierte: “Das was unten ist, ist das, was oben ist.“ Ein ewiges Spiel des Einen. Wir können also, indem wir die Gesetze der Schöpfung verstehen lernen, die Wahrheit über uns erfahren. Ein Instrument, um diese Erkenntnis zu erlangen, ist die Astrologie. Unser Geburtshoroskop spiegelt unsere karmische Aufgabe, Stärken und Schwächen sowie die persönliche und seelische Lebensaufgabe wider. Der Stand der Gestirne ist Ausdruck von dem, was im Augenblick des ersten Atemzuges ist. Die Kunst besteht darin, dieses Symbol deuten zu können.

Der Meister Djwhal Khul drückt eine fundamentale Wahrheit, auf der die gesamte Astrologie beruht, folgendermaßen aus und deutet darauf hin, wie wichtig das Studium der okkulten Anatomie des Menschen ist, indem er schreibt:

„Der Mikrokosmos, den man erkannt hat, enthält immer den Schlüssel zum Makrokosmos. Der Makrokosmos spiegelt sich ewig im Menschen wider und daher hat der Mensch auch in sich die Möglichkeit und die Anlage vollständigen Begreifens.“

 

Die Bedeutung der Dreiecke

Ein wesentlicher Aspekt der neuen Spirituellen Astrologie erschließt sich über das Verstehen der Dreiecksnatur: Trinitäten, die sich aufeinander beziehen, ineinander in verschiedenen Abstufungen und Bezügen verwoben sind, die sich in Zeit und Raum entfalten und vergehen. Sie bilden in ihrer unglaublichen Komplexität das schöpferische Gewebe, das Kleid Gottes.

Die Weisheits-Astrologie arbeitet mit diesen Dreiecksstrukturen und Bezügen. Sie sind der Schlüssel zu einem spirituellen Verständnis der Astrologie, in der es nicht nur um die Beschreibung von Charaktereigenschaften und um Einblicke in das Lebensdrama geht, sondern um das Wissen, Warum und Wie einer Inkarnation. Es geht um einen Blick in den Lebensplan, um auf dem Pfad der Rückkehr den roten Faden nicht zu verlieren. Weil dieses Verstehen der Trinität wichtig ist –  nicht nur für ein spirituelles Verständnis der Astrologie – liegt mir die Darstellung der dreifachen Äußerung des Lebens in diesem Artikel und in meinen Seminaren besonders am Herzen.

Das EINE sich dreifach äußernde Leben

Das EINE Leben tritt als Wille, Liebe und kreative Intelligenz, als göttliche Dreieinigkeit und als das geistige Dreieck in Erscheinung. Die Drei sind Eins und finden sich doch immer und überall differenziert wieder. Sie sind in allen Aspekten der Schöpfung bis in die Struktur des Atoms hinein zu finden. Sie sind jeweils herunter transformiert und angepasst an die jeweilige Ebene.

Die Trinität dieser drei (Wille, Liebe, Intelligenz) ist die Grundlage fast aller Religionen, Philosophien und Wissenschaften. Sie ist Grundlage des zu beobachtenden Lebens insgesamt. Die Dreieinigkeit ist Basis in vielen Religionen, z. B. in Ägypten: Osiris, Isis, Horus. Im Christentum sind es Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Veden sprechen von Shiva, Vishnu und Brahma. Astrologisch sind diese drei Schöpfungsaspekte als drei Qualitäten bekannt: kardinal, fix und veränderlich. In der Theosophie werden sie bezeichnet als Leben, Qualität und Erscheinung oder als Geist, Seele und Körper mit seiner Persönlichkeit, aber auch als Leben, Bewusstsein und Form. In der Physik kennt man sie als Proton, Neutron und Elektron, aus denen das Atom besteht. Wir erleben diese Dreiheit ebenfalls als die Qualität der Zeit, die sich aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft speist; oder auch grammatikalisch als Spiel zwischen Subjekt, Prädikat und Objekt.

Diese dreifache feurige und dynamische Ausgießung des Lebens finden wir ursächlich in drei kosmischen Feuern, die alles Lebendige durchpulsen. Sie geben den schöpferischen Impuls für den Willen, die Liebe und die Intelligenz: Elektrisches Feuer (Wille), Sonnenfeuer (Liebe) und das Reibungsfeuer (Intelligenz). Im astrologischen Kontext kommen diese drei Feuer durch drei Qualitäten des Tierkreises (kardinal, fix, veränderlich), bzw. durch drei Kreuze, mit je vier Zeichen zum Ausdruck. Jedes Kreuz setzt sich aus vier Tierkreiszeichen zusammen, von denen jedes einem der vier Elemente (Feuer, Erde, Luft, Wasser) zugeordnet ist.

 

 

 

 

 

Der Tierkreis besteht aus drei Grundkräften/Kreuzen: Kardinal, Fix, Veränderlich und den vier Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser.

Kardinal Widder (Feuer) Krebs Wasser) Waage (Luft) Steinbock (Erde)
Fix Stier (Erde) Löwe (Feuer) Skorpion (Wasser) Wassermann (Luft)
Veränderlich Zwillinge (Luft) Jungfrau (Erde) Schütze (Feuer) Fische (Wasser)

 

Feuer Erde Luft Wasser
Widder Stier Zwillinge Krebs
Löwe Jungfrau Waage Skorpion
Schütze Steinbock Wassermann Fische

 

Im Übrigen gibt es ein fünftes Element im astrologischen Kontext: Es wird Akasha genannt. Sie gilt als subjektiver Hintergrund, auf dem alles geschieht, so wie ein Gemälde eine Leinwand braucht.

Jeder Mensch ist eine Trinität – eine Synthese aus drei Feuern/Sonnen

Die Unterscheidung der drei Aspekte eines Menschen in Monade oder Geist (Wille), Seele (Liebe) und Persönlichkeit (Intelligenz) finden ihre Entsprechung in den oben beschriebenen drei astrologischen Qualitäten. Sie werden als kardinal, fix und veränderlich und in den drei kosmischen Feuern (Tabelle S. 3) beschrieben. Jeder dieser drei Aspekte eines Menschen (Monade oder Geist, Seele, Persönlichkeit) ist ebenfalls eine Entsprechung der drei kosmischen Feuer. Auch hier tritt jeder dieser drei Aspekte ebenfalls dreifach in Erscheinung. Wir bestehen also aus drei Trinitäten – die heiligen Neun – die sich wiederum je dreifach auffächern. In eine lebendige Synthese vereint werden diese neun Aspekte durch die Seele, das ICH BIN, welches astrologisch durch die Sonne im Horoskop zum Ausdruck kommt. Die astrologische Sonne besteht wiederum, wie könnte es anders sein, ebenfalls aus drei Aspekten. So wird in der spirituellen Astrologie das KLEINE SELBST als Persönlichkeit gesehen, während das SELBST als Seele oder als ICH BIN und das HÖHERE SELBST als DAS BIN ICH, als Monade oder Geist betrachtet wird. Je nachdem welche Ebene wir betrachten, ist die Interpretation der Sonne im Horoskop demnach unterschiedlich.

Der dreifache Mensch besteht aus folgenden Attributen

Elektrisches Feuer Monade kardinal Wille Uranus •  Neptun •  Pluto
Solares Feuer Seele fix Liebe Jupiter •  Venus •  Merkur
Reibungsfeuer Persönlichkeit veränderlich Intelligenz Saturn •   Mars •    Mond

 

In unserem Geburtshoroskop spiegelt sich wider, wie diese drei Aspekte unseres Wesens (vertreten durch die Planeten) in der gegenwärtigen Inkarnation miteinander in Beziehung stehen und in Erscheinung treten.

In der folgenden Illustration „Die sieben Ebenen“ wird die dreifache, okkulte Anatomie des Menschen mit den Entsprechungen zu den Planeten dargestellt.

I ADI

ADI ist das EINE Leben und bedeutet „nicht Zwei“. Das kosmische Feuer sinkt herab in dichtere Welten in Form unzähliger Feuerfunken, die Monaden genannt werden.

II Monade

Diese Funken sind Teil des Einen Lebens und untrennbar mit dem EINEN verbunden, so wie die Partikel eines Feuers in Gänze das Feuer selbst sind. In jeder Monade sind drei Aspekte verborgen. Diese drei werden in Verbindung gebracht mit Uranus (Wille), Neptun (Liebe) und Pluto (Aktivität). Die drei sind nicht manifestiert, sie sind subjektiv, verborgen und es gibt keinen Manifestationspunkt. Daher treten diese äußeren Planeten in unserem persönlichen Leben meist nur indirekt in Erscheinung, es sei denn, sie sind mit persönlichen Brennpunkten im Horoskop mit Sonne, Mond oder Aszendent verbunden. Das kann entweder im Geburtshoroskop oder über Progressionen und Transite geschehen.

Grundsätzlich sind diese drei überpersönlichen Planeten jedoch mit drei anderen Planeten verbunden, die in unserem Leben eine wesentliche Rolle spielen (siehe gestrichelte Linie): Uranus ist verbunden mit Jupiter, Pluto mit Merkur, Neptun mit Venus. Jupiter, Venus und Merkur bilden die Geistige Triade, die für unsere ewige Geistige Heimat steht.

III, IV und teilweise V, die Geistige Triade Atma, Buddhi und Manas

Diese drei Aspekte sind im Sanskrit auch als Sat (Weisheit), Chid (Wissen), Ananda (Glückseligkeit) bekannt und sind den Planeten Jupiter, Merkur und Venus zugeordnet.

Auf dieser Ebene gibt es keinen Tod. Die Kontinuität des Bewusstseins ist gegenwärtig und drückt sich als allumfassende Weisheit, allumfassendes Wissen und allumfassende Liebe aus. Die Stellung der drei Planeten Jupiter, Venus und Merkur in unserem Horoskop zeigt uns, wie uns die Aspekte von Liebe, Weisheit und Wissen in der gegenwärtigen Inkarnation begegnen und was wir in dieser Beziehung zu lernen haben. Das ist sehr wesentlich für alle Pilger auf dem Pfad.

V Manas

Zwischen dem abstrakten, allwissenden Denkvermögen und dem als Mentale Einheit bezeichnete Brennpunkt, der für unser konkretes, dualistisches Denken steht, klafft eine Lücke. Die zwei Ebenen sind nicht miteinander verbunden (siehe Illustration). Es ist schmerzlich, dass wir uns nicht ständig bewusst sind, mit dem Göttlichen All-Sein verbunden zu sein. Unsere Sehnsucht nach Gottes-Verbindung, nach Sat, Chid, Ananda, nach Unsterblichkeit und einem Leben jenseits des Leidens lässt uns nicht los. Und genau hier, in der Überbrückung dieser Lücke, findet sich die evolutionäre Aufgabe des Menschen auf dem Pfad der Rückkehr, der auch Jüngerschaft oder spiritueller Pfad genannt wird.

Die Regenbogenbrücke

Wir begreifen uns so lange als isolierte, getrennte, endliche Wesen, als wir diese Lücke zwischen dem abstrakten Denkvermögen und der mentalen Einheit (das konkrete Denkvermögen) nicht überwunden haben. Diese Brücke ist in vielen spirituellen Traditionen bekannt. Im Sanskrit heißt sie Anthakarana, in unserem Sprachgebrauch Regenbogenbrücke, Himmels- oder Jacobsleiter. In der Illustration ist sie als Regenbogen kenntlich gemacht. An diesem Brückenschlag arbeiten wir seit vielen Inkarnationen. Wenn wir ein Leben führen, in dem wir der Welt Liebe (Venus), Weisheit (Jupiter) und Wissen (Merkur) schenken, weben wir ein feines Geflecht aus einzelnen Fäden, die uns mit diesen Ebenen verbinden. Dann erfahren wir gelegentliche Intuitionen, blitzartige Erkenntnisse, ein überwältigendes Glücksgefühl, eine Satori-Erfahrung, oder die Erfahrung von Gewissheit. Im Laufe der Inkarnationen wird diese Verbindung immer stärker. Im voll erwachten Zustand ist der Meister in der Lage, nach Belieben diese Brücke zu verwenden. Sie ist stabil und steht als Möglichkeit jederzeit zur Verfügung.

Die Mentale Einheit

Anders als die als permanente Atome bezeichneten Speichermedien funktioniert die Mentale Einheit eingeschränkt. Ihr fehlt die Verbindung zum universellen Verstehen. Die Mentale Einheit ist unser konkretes, beschränktes, durch Konditionierungen, Erfahrungen und Sozialisation geprägtes individuelles Denken. Der astrologische Mond wird mit dieser mental – emotionalen Funktion in uns assoziiert. Und die Stellung des Mondes im Horoskop verrät viel darüber, wie wir mental funktionieren.

Dieses abgegrenzte, sich als getrennt erlebende Denken gehört zu unserer sterblichen vergänglichen Persona (lat. Maske). Die Seele, die ihren Ankerpunkt im Kausalkörper hat und auch immer dort behält, projiziert sich in die sogenannten drei Welten (mental, astral und physisch), um in diesen materiellsten Ebenen der Existenz Erfahrungen zu sammeln. Man nennt das Inkarnation. Mit welchem Ziel? Damit Gott in uns, in dir und in mir irgendwann die Augen aufmacht und die Göttlichkeit in der Welt bezeugt. Diese Persona wechselt von Inkarnation zu Inkarnation. Die Absicht bleibt immer die gleiche: Der Seele bis in die tiefste physische Ebene hinein einen Erfahrungs- und Entfaltungsraum zu bieten.

Wenn diese Aufbauarbeit bewusst geschieht, wird der spirituelle Pfad von dem Augenblick an absichtsvoll beschritten und beschleunigt. Wenn das KLEINE SELBST – die Persönlichkeit – diese Aufgabe bewusst bejaht, kommt sie zur Erkenntnis: Ja, ich will mich als Gefäß zur Verfügung stellen, will mich schulen, möchte mich entwickeln um immer feiner, bereiter, dienender zu werden; möchte als Gefäß für die Liebe der Seele dienen. Denn die Liebe ist der Schlüssel!

Der Lotos – oder Kausalkörper

Neben den beiden Aspekten des Denkvermögens auf der Manas-Ebene, existiert dort der sogenannte Kausalkörper, der egoische Lotos, der den Sehern als ein zwölfblättriger Lotos erscheint. Dieser Kausalkörper ist der Ankerpunkt der Seele. Die Verbindung mit dem zwölfblättrigen Lotos des Herzchakras ist nicht zufällig. Das Herzzentrum in unserem Pranakörper ist eine direkte Entsprechung des egoischen Lotos und steht mit ihm in direkter Verbindung. Das ist der Grund, warum wir Liebe im Herzen empfinden. Liebe ist die vereinende Qualität der Seele. Der Kausalkörper bzw. egoische Lotos verbirgt in seinem Zentrum das Juwel. Das ist der von der Monade in die unteren Welten projizierte Geist-, Lebens- oder Liebesfunke, der wir in Wahrheit sind. Hier wohnt das unsterbliche SELBST.

Nach unserem Tod zieht sich die Seele, die wir in Wirklichkeit sind, in den Kausalkörper zurück, um in der nächsten Inkarnation wieder die Persönlichkeit zu beleben. Über Tausende von Leben entwickelt sich dieser Körper immer weiter – der egoische Lotos beginnt seine 12 Blätter nach und nach zu öffnen, bis eines Tages ein perfekt erblühter Lotos die Vollkommenheit einer erwachten Seele anzeigt.

VI ASTRAL

Die sechste Ebene ist die uns gut bekannte Gefühls- bzw. Astralwelt. Kaum eine Wahrnehmungsebene hat der Mensch so sehr integriert und ausgebaut wie die Gefühlswelt. Sie beherrscht viele Menschen komplett. Sie ist die Ebene der Triebe, des Getriebenseins, der Empfindungs- und Reaktionsfähigkeit. Die der Wünsche, des Begehrens und Ablehnung und sie ist uns allen sehr vertraut. Sie ist existenziell wichtig, um wirklich zu leben, ist aber gleichzeitig das große Hindernis, um sich aus der Ego-Fixierung auf das kleine, abgesonderte Ich zu lösen. Diese Ebene wird vom Mars regiert. Und die Position dieses Planeten gibt im Horoskop Auskunft darüber, wie wir hier unterwegs und ausgerüstet sind.

VII PHYSISCH

Der Vitalkörper, die Nerven und die Meridiane, die wunderbare Struktur der Körperlichkeit, sowie das Zusammenspiel aller Komponenten in ihrer Perfektion, befinden sich auf der Ebene der Synthese. Auf ihr finden sich aber auch Begrenzung, Anfällig- und Vergänglichkeit. Durch unseren physischen Körper kommt alles zum Ausdruck, was wir tatsächlich sind. Dennoch sind wir nicht unser Körper! Der Körper ist nicht die Ursache, sondern eine Wirkung! Der Planet Saturn, der sowohl Struktur wie auch Begrenzung und Tod zum Ausdruck bringt, regiert diese Ebene.

Unsere vergängliche, dem Tod unterworfene Persönlichkeit ist ebenfalls dreifach und setzt sich zusammen aus der Mentalen Einheit (Denken), dem Astralkörper (Fühlen) und dem ätherisch-physischen Körper (Handeln). Diese Dreiheit findet ihren Ausdruck in unserem physischen Körper. Es ist eine hartnäckige Illusion, wenn wir oft annehmen, dass wir dieser Körper sind. Die Persönlichkeiten kommen und vergehen, so wie auf den Tag die Nacht und auf die Nacht ein neuer Tag folgt. Das ICH BIN, die Seele, bleibt.

Nach dieser Annäherung an die okkulte Anatomie des Menschen in den vorausgegangenen Erläuterungen wollen wir nun sehen, wie sich dies alles im astrologischen Geburtshoroskop widerspiegelt.

Triaden-Entsprechungen im Horoskop

Der Mensch ist ein Spiegelbild des Kosmos (des Sonnensystems). In der folgenden Grafik ist der Aufbau des Menschen – und die astrologischen Bezüge – noch einmal zusammengefasst:

Der Mensch ist eine Widerspiegelung der drei universellen Aspekte Leben, Bewusstsein, Form. Es geht in der menschlichen Evolution um die vollkommene Synthese dieser drei Aspekte. Sie treten als Monade (Geist), Seele und Persönlichkeit (Körper) in Erscheinung.

  • Die Monade als Aspekt des „Elektrischen Feuers“ (LEBEN) repräsentiert durch Uranus, Neptun und Pluto tritt als Funke göttlichen Lebens in die Schöpfung ein.
  • Die SEELE als Manifestation des monadischen Funkens und Aspekt des Sonnenfeuers (BEWUSSTSEIN), bringt sich durch die drei Planeten Merkur, Venus, Jupiter zum Ausdruck. Sie lässt die abwärts transformierten Energien der Monade als Kraftstrom in die Persönlichkeit fließen. Auf diese Weise erzeugt sie einen magnetischen Strom, der in der Persönlichkeit den Willen sich zu entwickeln erzeugt. Die Seele ist wie ein zweiseitiger Spiegel: Einerseits Werkzeug der Monade und für die Welt der zyklischen Materie Spiegel des Göttlichen.
  • Der KÖRPER / die Persönlichkeit manifestiert sich zyklisch mittels Inkarnationen in den drei Welten der Materie (physisch, astral, mental) als Aspekt des Reibungsfeuers. Mond, Mars und Saturn stehen für das Leben der Persönlichkeit.

 

 

Durch die Inkarnation in einem menschlichen Körper, finden diese drei Wesensäußerungen ihre Synthese auf der materiellen Ebene.

Auf unserem Weg der Evolution des Bewusstseins, dem Weg der Einweihung (Befreiung), geht es darum die Persönliche Triade mit der Geistigen Triade zu verschmelzen. Das Ziel ist die Monade, den reinen Lebensimpuls, direkt mit der Persönlichkeit zu verbinden, damit ein Mensch durch die Augen Gottes die Welt betrachten, erkennen und bezeugen kann.

Die Planeten der persönlichen Triade

Die persönliche Triade ist in der Essenz das, was wir gemeinhin das KLEINE SELBST nennen: Dem kleinen SELBST geht es vorrangig um MICH und MEINS – sowohl physisch, emotional und mental. Das kleine SELBST definiert sich über Abgrenzung: Hier bin ich – da bist du. Das kleine SELBST lebt in der Illusion, das große SELBST, die Seele, zu sein. Die Seele existiert jedoch jenseits von MEIN und DEIN und befindet sich jenseits der Polarität. In der Verkennung dessen und in dem Irrglauben, das große SELBST, die Seele, zu sein, strebt das kleine SELBST nach Wachstum, Größe und Ausdehnung. Es weiß vorerst nicht, dass es diese ersehnte Größe auf der Ebene der Vereinzelung und Abgrenzung nicht gibt.

 

Auf dem spirituellen Weg findet eine Ego-Desillusionierung statt. Dabei hilft ein sich entwickelndes Unterscheidungsvermögen, zwischen Ego-Impulsen und Seelen-Impulsen unterscheiden zu können. Die Entwicklung von Gewissen, Mitgefühl, Ethik und Moral sind Anzeichen für das Unterscheidungsvermögen. Es wächst die Sehnsucht (Mond) und der Wille (Mars), sich aus den persönlichen Begrenzungen, dem Gefängnis (Saturn) zu befreien.

 

 

 

Das kleine SELBST ist keinesfalls als Hindernis zu betrachten. Im Gegenteil! Ihm kommt auch eine sehr wichtige Aufgabe zu: Nur durch Materialisierung, Begrenzung, Fokussierung kann das Unbegrenzte, Unkonditionierte, EINE, Göttliche “auf die Erde gebracht werden“. Wir Menschen sind Götter in Fleisch und Blut. Das kleine SELBST hat seinen Fokus im Körper aus Fleisch und Blut, ist inkarniert, kann greifen, ergreifen, fühlen und physisch gestalten. Es offenbart sich in der Welt durch unsere Persönlichkeit. Die Seele will die Augen im kleinen SELBST aufschlagen und in der Welt das Göttliche bezeugen. Das ist die heilige Aufgabe des Mensch-Seins. Allein das kleine SELBST ist in der Lage, Realität auf den dichten Ebenen der Existenz (körperlich, emotional, mental) zu schaffen. Die seelische Triade wäre ohne die persönliche Triade (Persönlichkeit) nicht handlungsfähig – sie würde auf ihrer eigenen Ebene verbleiben.

Es ist für jeden von uns notwendig, das kleine SELBST aus der Illusion und dem Glauben zu befreien, das große ICH (das SELBST, die Seele) zu sein. Das kleine SELBST soll als Werkzeug dienen. Es ist der Diener des EINEN – nicht der Herr! Die Instanz in uns, die diese Unterschiedlichkeit überhaupt wahrnehmen und eine Erkenntniskraft aktivieren kann, wird “der Zeuge“ genannt – es ist das höhere SELBST, die seelische Triade– repräsentiert durch die Planeten Merkur, Venus und Jupiter.

Die persönliche Triade steht für die aktive, mit der physisch/emotionalen Welt verankerte menschliche Natur. Mond, Mars und Saturn sind den Chakren unterhalb des Zwerchfells zugeordnet.

Mond

Die Mondscheibe ist aus irdischer Sicht ebenso groß wie die Sonne. Ebenso wichtig wie die Sonne für unser seelisches Leben, ist die Bedeutung des Mondes in unserem irdischen Leben. Er steht für das Denken und Fühlen. Weiter repräsentiert er unsere sozialen, ethnischen, familiären Konditionierungen, unsere Instinkte, Gewohnheiten und Prägungen aus Vorleben. Ferner steht er für unsere Alltagsintelligenz, mit der wir unser Leben organisieren und koordinieren können. Er lässt uns empfinden, mitfühlen und das Leben emotional begreifen. Der Mond zeigt an, was wir brauchen, was haben wollen und woran es uns scheinbar mangelt. Er ist bedürftig und ist das ewige Kind in uns. Doch ebenso steht der Mond auch für das versorgende, nährende und mütterliche Prinzip.

Mars

Der Mars steht für Macht, Kraft, Energie und Durchsetzungskraft. Er ist Antrieb, Sexualität, Aggression, Wut, Kampfeslust und der Wunsch zu siegen. Der Mars steht für unseren persönlichen Willen. Was treibt uns an, uns weiterzuentwickeln? Es ist der Mars! Durch ihn kommen Dinge in die Welt. Er gebärdet sich egoistisch und selbstbezogen und er schützt sein Revier. Ihm unterstehen die fordernde Emotionalität, die Sexualität und das männliche Prinzip (Animus) wird ihm ebenfalls zugeordnet.

Saturn

Der Saturn begrenzt, materialisiert, hält zusammen. Er lässt uns alle Grenzen des Körpers, der Psyche und des Denkens spüren. Er ist langsam, kann quälen und beharrt auf dem was ist. Er steht für Leid, Angst, Alter und Tod. Aber ebenso für Konzentration, Stabilität und Verantwortlichkeit. Saturn regiert uns über unsere Vorstellung von Wirklichkeit und konfrontiert uns mitleidlos mit dem, was tatsächlich ist. Wenn wir es verkraften können, die Wahrheit zu sehen, nimmt er uns den Schleier der Illusion.

Saturn steht für die materielle Welt, mit all ihren Möglichkeiten, sich festzuhalten, zu leiden und sich zu identifizieren. Gebeugt, gebückt, beladen und schwer durchs Leben zu gehen, ist ein saturnischer Schatten. Durch die Lektionen, die Saturn uns lehrt, entsteht in uns der Wunsch und der Wille, den Weg der Befreiung zu gehen.

Saturn, der Hüter der Schwelle, prüft unsere Ernsthaftigkeit und unsere Motive. Was als zu leicht befunden wird, wird sachlich zurückgewiesen. Er ist geduldig, langsam und schweigsam. Saturn ist gerecht und unbestechlich.

Die Planeten der seelischen Triade

Die seelische Triade ist der ewige, unvergängliche Aspekt unseres Wesens. Die Monade, der essentielle Lebensfunke, tritt über die Ebenen von Atma, Buddhi und Manas als die seelische Triade in uns in Erscheinung. Diese Trinität ist die höhere Entsprechung zu den drei Planeten der Persönlichkeit. Sie verkörpern Liebe (Venus), Intelligenz (Merkur) und Weisheit (Jupiter). Die seelische oder höhere Triade öffnet die Begrenzungen der persönlichen Triade und lässt die Ideale von der Einen Menschheit, der Liebe zu allen Geschöpfen, des Mitgefühls und der Verantwortung für die Schöpfung im Bewusstsein des Menschen erscheinen. Diese seelischen, einbeziehenden, freundlichen und zugewandten Energien stehen in Konkurrenz zum egozentrierten Selbstverständnis der Persönlichkeit. Das Ringen beginnt und wird auch das Betreten des spirituellen Pfades genannt.

Dabei wirkt eine spirituelle Alchemie. Es wird ein Transformationsprozess in Gang gesetzt, der sich astrologisch folgendermaßen ausdrücken lässt: Der Mond wird durch Merkur befreit, die Venus besänftigt Mars und Jupiter erlöst Saturn.

Merkur

Der Merkur ist ein Götterbote. Er pendelt zwischen der Ebene des abstrakten Denkens, der Intuition und dem konkreten Denken, das durch den Mond symbolisiert wird, hin und her. Er überbringt die Botschaften. Die Regenbogenbrücke (Anthakarana) ist sein Kommunikationsweg. All das, was als Intuition, Eingebung, Satori, Erleuchtung, Einsicht und durch Geistesblitze wahrgenommen wird, kommt über Merkur in unser Bewusstsein. Er hält die Verbindung zu den höheren Ebenen aufrecht.

Merkur steht für das Denken und für Erleuchtung wie auch für die Erweiterung des Denkens. Merkur ist unemotional und kann dennoch voller Liebe sein. Die Freude, das Glück der Bewusstseinserweiterung durch Syntheseerfahrung, all dies gehört zur spirituellen Ebene des Merkur. Das abstrakte Denken, die Feinheit des Denkens soll den gebundenen, reagierenden und emotionalen Mond befreien. Die Synthese von Merkur und Mond wird eine neue Persönlichkeit hervorbringen. Eine Persönlichkeit, die mit ihren Antennen (Merkur) fest mit der seelischen Welt verbunden ist und intelligent reagieren kann. Der Mond will haben, während Merkur geben will.

Natürlich wirkt Merkur auch innerhalb der persönlichen Triade. Dort wirkt er höchst wechselhaft und ist ungeheuer schnell. Er ist taktisch und auf seinen Vorteil bedacht. Er ist ein Gott der Kaufleute und Diebe. Er verteilt und bringt in Verbindung und nimmt stets die Färbungen der Planeten an, mit denen er in Kontakt ist. Merkur hat im Prinzip keinen eigenen Standpunkt, er passt sich an.

Venus

Die Venus, Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Vollkommenheit, äußert sich durch Schönheit. Auch Empathie, Mitgefühl und Freude sind Attribute der Venus. Sie ist das große Herz in der Schöpfung. Der Geist der Kooperation kommt durch sie zum Ausdruck. Im spirituellen Kontext ist die Venus eine Botschafterin der Seele, die den Zusammenhang der Welt über das Herz erschließt. Ihre Natur ist jedoch nicht vorrangig emotional, ihre Empfindungsfähigkeit ruht in erleuchtetem Denken sowie in der Gewissheit und der Durchdringung des Göttlichen. Sie steht für Vollendung und vollständige Hinwendung. Die Venus bezeugt die Einheit der Schöpfung und der Liebe die darin zum Ausdruck kommt. Anders als Merkur, der sich suchend und verbindend in die Welt begibt, bezeugt die Venus das Göttliche im Sein. Ihre Aufgabe besteht darin, mit der Energie des Mars zu verschmelzen, um den Drang des Mars nach Aktivität und Gestaltung durch Liebe leiten zu lassen.

Im Horoskop der Persönlichkeit spielt die Venus ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie offenbart die Schönheit, Freude, Sinnlichkeit und Erotik die eine Person empfinden und geben kann. So überträgt und verankert sie im besten Fall das seelische Potential in der Persönlichkeit. Die Venus hat ihren Sitz im Herzen. Zu ihrem persönlichen Ausdruck gehören auch Sentimentalität, Eitelkeit, Selbstverliebtheit und alle Arten von Prostitution.

Jupiter

Der Jupiter steht für Neuordnung und Erweiterung. Er öffnet den Pfad vom Wissen zur Weisheit. Die Hinwendung, das Sehnen, die Liebe zum Göttlichen sind unabdingbar, um diesen Weg gehen zu können. Wissen führt in die Irre, wenn nicht die Synthese, Intuition und das Erkennen des Hintergrunds hinzukommt. Dieser Hintergrund ist Jupiter. Er vermittelt göttliche Nähe, durch Meditationen und die Gegenwart eines Meisters oder Lehrers. Jupiter gibt durch erhabene Empfindungen Visionskraft, Gebete und das Erleben einer vereinigenden, spirituellen Erfahrung. Er ist unser Glück und unser Schutzengel, die Gewissheit innerer Führung und unser Selbstbewusstsein. Er ist immer in der Nähe, wenn wir uns Gott widmen.

Erst durch die Verbindung von Jupiter und Saturn werden wir in die Lage versetzt, den geistigen Pfad der Befreiung wirklich gehen zu können. Disziplin, Beharrlichkeit und Rhythmus sind nötig, um die Gnade Jupiters, die Verbindung mit Gott, wirklich leben zu können. Erst wenn wir mit Saturn arbeiten, kann Jupiter sein spirituelles Potenzial entfalten.

In seinem verzerrten, persönlichen Ausdruck bringt er Prunksucht, Arroganz und Selbstgefälligkeit zum Ausdruck. Er ist ein Täuscher, Heuchler, Scheinheiliger und Scharlatan. Er isst und trinkt gern und liebt Ausschweifungen.

Die Planeten der Geistigen Triaden

Es ist der göttliche Wille, der sich als Synthese der drei Aspekte, Leben (Uranus), Bewusstsein (Neptun) und Form (Pluto) in die materiellen Welten herabsenkt. Diese Trinität trägt durch alle Ebenen der Existenz bis in die dichte physische Ebene. Die monadische Ebene ist, aus systemischer Sicht, die 2. Unterebene der kosmisch/physischen Ebene – und aus diesem Blickwinkel betrachtet ist sie Ausdruck göttlicher Liebe, die als Wille in die Existenz kommt.

In unseren Horoskopen werden diese drei transsaturnischen Planeten erst dann spürbar, wenn wir zu einer gewissen Fähigkeit der Selbstreflektion und Zeugenschaft in der Lage sind, d.h. wenn wir uns auf dem Pfad der Rückkehr befinden. In der Zeit davor erreichen die Einflüsse dieser drei Planeten den Menschen über Saturn. Für die Menschheit sind Uranus, Neptun und Pluto sogenannte Schicksalsplaneten, da sie kollektive Entwicklungszyklen kennzeichnen.

 

 

 

Uranus

Uranus beginnt sich erst in unser persönliches Leben einzumischen, wenn Saturn und Jupiter zusammenarbeiten. Er ist der Planet, der für Jüngerschaft bzw. den Pfad der inneren Entwicklung steht, der die Menschen aus der Begrenzung der Persönlichkeit herausführt. Uranus kann sehr radikal vorgehen. Er steht für die göttliche Intervention, den höheren Willen. Er akzeptiert keine Verkrustung und Unbeweglichkeit. Bevor wir uns auf den Pfad der Jüngerschaft begeben, erleben wir Uranus meist nur generisch/kollektiv. Gelegentlich greift er wie ein Blitz in unser Leben ein und stellt alles auf den Kopf. Uranus ist stets an Freiheit interessiert – die persönlichen Lebensumstände, Meinungen, Konzepte sind ihm egal. Sobald wir uns seiner Energie bewusst werden, wird er zur Meisterenergie, die unsere Entwicklung enorm beschleunigt. Wir kommen in Kontakt mit neuen Ebenen der Existenz, inneren Bildern, Visionen, aber auch Abgründen. Diese werden aktiviert, um Befreiung zu erlangen. Uranus steht für neue Heilungs- und Therapieformen, für Strahlenmedizin, Kommunikationstechniken, Meditationen, Yoga, Magie, Okkultismus und Astrologie.

Neptun

Neptuns Qualität ist verträumt, grenzenlos, voller Mitgefühl – zu tiefer inniger Empfindung und Verschmelzung fähig. Für die astrologische Deutung ist er schwer greifbar. Neptun ist die vollständige Hingabe und der Wunsch, in etwas aufzugehen. Dabei ist das Motiv wesentlich, ebenso wie das Objekt der Hingabe und die Entwicklungsstufe, auf der ein Mensch den Neptun erlebt. Es kann mystische Hingabe an das Göttliche bedeuten, ebenso wie das Aufgehen in einem kriminellen / betrügerisches Vorhaben oder einer sektiererischen Weltsicht. Neptun kann tiefe Gewissheit, Ahnungen, mystische, psychische Erfahrungen anzeigen und gleichzeitig kann das alles Illusion und einfach nur eine Folge von Realitätsverlust sein. Unsicherheit, Konfusion, Depression kann sich abwechseln mit tiefem Einssein-Empfinden.

Meditation, Musik, Töne, Farben, Schwingungen, Tanz etc. gehören zum Neptun. Ebenso wie Täuschungen, Verwirrung, Illusionen, Selbstüberhöhung, Wahnsinn und Genialität. Alle diese Dualitäten münden eines Tages in der vollständigen Hingabe an das Göttliche.

Pluto

Plutos Energie hat mit dem Ende und dem Neuanfang, mit Intensität, Extremen und (Ver)Wandlung zu tun. Er ist Ausdruck von Shiva, dem Gott der Zerstörung, der das Alte, Überholte, Unbrauchbare zerstört, um Platz für Neues zu schaffen. Er ist zutiefst transformierend und räumt Hindernisse aus dem Weg. Pluto wirkt nicht in allen Horoskopen. Insbesondere ist er spürbar, wenn er in Konjunktion oder Opposition zu Sonne, Mond oder Aszendent steht– wobei ein Kontakt mit dem Aszendenten am stärksten ist – gefolgt vom Mond.

Im persönlichen Horoskop hat Pluto in den Zeichen keinen wahrnehmbaren Einfluss. Als Generationsthemen sehr wohl (genauso wie Neptun). Plutos ist für den Horoskopeigner oft Ursache von Furcht, wenn er ihn an präsenter Stelle im Horoskop entdeckt. Pluto fragt nicht, er räumt einfach das weg, was wir dem Saturn nicht zur Transformation haben überlassen können oder wollen. Sein Einfluss ist spirituell immer ein Segen – auch wenn das oft erst „danach“ verstanden werden kann.

Astrologische Deutungsansätze

Die Aufgabe, die persönliche Triade mit der geistigen Triade zu verbinden, besteht astrologisch ausgedrückt darin, vom

  1. Mond zum Merkur, vom
  2. Mars zur Venus und vom
  3. Saturn zum Jupiter zu reisen.

Beide Triaden verbinden sich im Laufe von zahlreichen Inkarnationen mehr und mehr. Durch den aktiven Willen (Mars) eines Menschen erfolgt im Laufe der Zeit der Bau der Anthakarana (Regenbogenbrücke oder Himmelsleiter), um die Lücke zwischen der persönlichen und der geistigen Triade zu überbrücken und die Kontinuität des Bewusstseins zu verwirklichen. Der Impuls dazu muss von der Persönlichkeit ausgehen. Darum ist der Mars der Schlüssel dafür, um sich auf den Weg machen zu können.

Persönliche Triade: Hier wird die Position von Mond, Mars und Saturn in den Häusern und deren mögliche Beschränkungen angeschaut. Die höheren Perspektiven dieser drei Planeten verdeutlichen deren jeweilige Zeichenposition. Diese wiederum werden in Verbindung gebracht mit der Zeichenposition der Gegenstücke (Merkur, Venus, Jupiter) auf der seelischen Triade.

Seelische Triade: Die Perspektive der Planeten der persönlichen Triade besteht in der Hinwendung zu ihren Entsprechungen in der seelischen Triade: Mond wendet sich zu Merkur; Mars schaut zu Venus und Saturn und verbindet sich mit Jupiter. Deren Häuserpositionen berichten etwas über die Perspektive des persönlichen Lebens.

Die Position der Planeten Jupiter, Venus und Merkur in den Zeichen deutet auf die Qualität der Kräfte hin, die uns zur Verfügung stehen, um die persönliche Triade (Mond, Mars, Saturn) in die seelische Triade (Merkur, Venus, Jupiter) zu erheben. Der Ort der Verwandlung ist die Seele, die durch die Sonne repräsentiert wird.

Geistige Triade: Uranus, Neptun und Pluto bringen uns mit dem übergeordneten Willen des Göttlichen in Kontakt. Sie wirken als Beschleuniger auf unserem Pfad der Rückkehr.

Annäherung an ein Horoskop

Neben den in diesem Artikel vorgestellten drei Triaden gibt es eine Triade der Synthese, die sogenannte „Inkarnations-Triade“. Sie besteht aus Sonne (Ziel der Inkarnation), Aszendent (Weg zum Selbst) und dem Mond (Konditionierungen aus der Vergangenheit). Diese drei anzuschauen ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis des individuellen Weges. Dann folgt

  1. Im Horoskop wird dann die persönliche Triade angeschaut: Wie ist die Stellung von Mond, Mars und Saturn in Zeichen und Häusern? Aspekte?
  2. Anschließend wird die seelische Triade betrachtet: Wie stehen Merkur, Venus und Jupiter? Die Hauspositionen sind sekundär. Wichtiger ist die Position der Planeten in den Zeichen.
  3. Welche astrologischen Wege sind von der persönlichen Triade in die seelische Triade (und umgekehrt) angezeigt? Wie kann das funktionieren? Hierfür schaut man, welche gut gangbaren Wege von der seelischen Triade aus vorgezeichnet sind. Und welcher Planet aus der persönlichen Triade ist besonders empfänglich für seelische Impulse?
  4.  Welche Methoden, Techniken, Meditationen, welche Farben, Mantren, geistigen Studien usw. können den Integrationsprozess unterstützen? Welche Tätigkeiten scheinen geeignet?

Vielleicht konnte etwas Licht auf die spirituellen Tiefen geworfen werden, die in der Astrologie verborgen sind sowie auf die verschiedenen Möglichkeiten, die sich für denjenigen ergeben, der sich auf den Rückweg zu seinem Ursprung macht. Die Astrologie kann eine große Hilfe auf dem Weg sein – sie selbst ist kein Weg. Sie ist jedoch ein großartiges Werkzeug, um den Weg erkennen zu können. Gehen aber, müssen wir ihn selbst!

Vielleicht konnte etwas Licht auf die spirituellen Tiefen geworfen werden, die in der Astrologie verborgen sind sowie auf die verschiedenen Möglichkeiten, die sich für denjenigen ergeben, der sich auf den Rückweg zu seinem Ursprung macht. Die Astrologie kann eine große Hilfe auf dem Weg sein – sie selbst ist kein Weg. Sie ist jedoch ein großartiges Werkzeug, um den Weg erkennen zu können. Gehen aber, müssen wir ihn selbst!

Literaturverzeichnis/Quellen

  • Ekkirala Krishnamacharya: »Spirituelle Astrologie«, »Die Weisheit des Sternenhimmels«, beide Titel erschienen in der Edition Kulapati
  • K. Parvathi Kumar: »Das Wassermannkreuz« sowie die Bücher über Jupiter, Saturn, Venus, Mars. Merkur, Sonne; alle Titel erschienen in der Edition Kulapati
  • Alice A. Bailey: »Esoterische Astrologie«, erschienen im Lucis Trust, Genf und weitere Bücher über die Sieben Strahlen von dieser Autorin
  • Alan Leo: »Esoterische Astrologie« und „Die Kunst der Synthese“ (vergriffen, im Antiquariat erhältlich)

Kontakt zum Autor

wbartolain@posteo.de

Angriff der Hamas auf Israel

Was geht gegenwärtig vor? Der astrologische Blick auf die aktuellen Ereignisse in Israel kann Hintergründe und wirkende Kräfte sichtbar machen. Darum bemühe ich mich in diesem Video. Eher etwas für Menschen, denen der astrologische Zugang nicht komplett neu ist.

Es geht hier um Beobachtung und Zeugenschaft – nicht um Meinung und Parteinahme.

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sieben strahlen

Die Sieben Strahlen

Den Vortrag habe ich im Rahmen einer Vortragsreihe der „deutschsprachigen Gemeinschaft des WTT“ 2022 gehalten. Die Sieben Strahlen sind die Grundlage der Schöpfung. Die Verflechtungen und das zyklische in Erscheinung treten durchwirkt alle Lebensaspekte. Die Strahlen sind im tiefsten Sinne des Wortes „esoterisch“. Ihr Wirken kann durch die Esoterische Astrologie sichtbar gemacht werden. In den Geheimlehren sind die Strahlen seit Jahrhunderten bekannt. Frau Blavatsky hat Ende des 19. Jahrhunderts in dem Grundlagenwerk „Geheimlehre“ davon gesprochen. Aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts hat A.A. Bailey ein Grundlagenwerk über die „Sieben Strahlen“ veröffentlicht (5 Bücher), basierend auf der theosophischen Lehre. Aus dieser Quelle UND aus den Belehrungen meiner Lehrer K.P. Kumar und E. Krishnamacharya stammt das Wissen um die Zusammenhänge.

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Saturn-Uranus-Zyklus

Der Saturn-Uranus-Zyklus

Der Saturn-Uranus Zyklus ist ein mächtiges Tool im kollektiven Geschehen. Im Juni 2021 hielt ich diesen Vortrag im Rahmen einer Vortragsreihe, organisiert von den „Freunden des WTT“. Der Saturn-Uranus-Zyklus dauert ca 44 Jahre – von einer Konjunktion zur nächsten. Der aktuelle Zyklus läuft von 1988 bis 2032. 2021 nun war das zunehmende Quadrat zwischen den beiden Planeten fällig. Dieses Quadrat geht mit einer „Verwertungskrise“ einher, d.h. es wird kollektiv drängend gefragt: Was müssen wir tun um den Zyklus zu einem konstruktiven Ende zu bringen? Davon ist in diesem Vortrag die Rede.

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Saturn in den Fischen

Der aktuelle Saturnzyklus – und Saturn in den Fischen – ein Text von Wolfgang Bartolain, Neumond in den Fischen 2023

Die Bedeutung von 0° Widder

Der Besuch eines Planeten auf 0° Widder ist für die Menschheit stets die Inkarnation eines Aspektes des göttlichen Plans. Im Umlauf dieses Planeten um den gesamten Tierkreis wird dieser Aspekt dann ausgearbeitet. Je langsamer der Planet um die Sonne läuft, desto eindrücklicher und tiefgründig prägender ist das damit verbundene Geschehen. Warum ist dieser Widderpunkt für die Menschheit so bedeutsam?

Der Tierkreis ist ein Raumglobus, bestehend aus Feldern, die aus der Kombination von vier Elementen und drei Qualitäten bestehen (kardinal, fix und veränderlich). Innerhalb dieses Raumglobus befindet sich der physische Erdglobus. Der Tierkreis-Raumglobus verhält sich wie ein stationärer Satellit – er ist fest verankert und dreht sich mit der Erde. Als Anfangs- und Verankerungspunkt gilt 0° Widder – der Punkt der Tagundnachtgleiche. Immer wenn ein Planet 0° Widder erreicht (und natürlich auch die jährliche Sonne) beginnt für das kollektive Leben auf der Erde ein neuer Zyklus, der speziell diesen Planeten auffordert die Zeitqualität des Augenblicks in einem kompletten Umlauf zum Ausdruck zu bringen. Die Energie von „0° Widder“ lässt sich mit einem Laserstrahl vergleichen. Dieser gebündelte, kardinale, feurige Impuls aus höheren Quellen imprägniert den „gelaserten“ Planeten mit einem Aspekt des göttlichen Plans, der sich im Horoskop des Augenblicks zeigt. Bis zur Wiederkehr des Planeten auf 0° Widder werden die 12 Zeichen des Tierkreises durchschritten, um dann mit den Ergebnissen des gesamten Zyklus in eine neue Aussaatphase zu gehen.

Zusammengefasst

0° Widder ist für die Entwicklung des Planeten Erde eine Analogie zum Aszendenten eines Menschen. Dieser energetisch aufgeladene magnetische Punkt „informiert“ die Planeten und astrologischen Wirkpunkte, die diesen Punkt überqueren mit einem Aspekt des kosmischen Plans. Dieser Plan wird sichtbar im Horoskop des Augenblicks des Übergangs. Je nachdem wie lange der Planet/Wirkpunkt benötigt um den Tierkreis zu umrunden, wird dieser spezielle Plan umgesetzt. Ständig sind diverse Zyklen gleichzeitig am Werk und bilden so ein komplexes Bild.

Der Grundimpuls – Saturn in Widder 1996

Als Saturn am 6.4.1996 bei 0° Widder eintrat, begann ein neuer kollektiver Saturnzyklus (siehe nebenstehendes Horoskop dieses Augenblicks unten). In diesem Zyklus befinden wir uns, die Menschheit, aktuell immer noch. Er endet am 25.3.2025. Der Eintritt von Saturn in die Fische am 6.3.2023 ist die „Fische-Phase“ dieses Zyklus. Bevor von dieser Phase die Rede sein soll, hier eine Betrachtung des Impulses aus der die Gegenwart resultiert.

Herausgestellt ist im abgebildeten Horoskop die entscheidende Aspektfigur – das große Quadrat in den vier Kardinalzeichen. Allein fünf relevante Faktoren befinden sich in Widder: Saturn, Mars, Sonne, absteigender Mondknoten und Merkur – vier davon im 10. Haus der gesellschaftlichen Bedeutung / Sichtbarkeit. Eine bemerkenswerte Zusammenkunft: Mars ist gewöhnlicher Herrscher von Widder, Merkur ist der esoterische Herrscher von Widder und die Sonne ist in diesem Zeichen erhöht. Das ist eine Energiefokussierung, die eine deutliche Sprache spricht: Intervention feuriger Energie. Das ist eine durchdringende, heiße, kämpferische Energie, die die ganze Menschheit betrifft (Aszendent Krebs gilt für Europa und Asien). Insgesamt wird ein großes Quadrat gebildet, an dem neben Mars, Sonne, Mondkoten im gegenüberliegenden Zeichen Waage Chiron beteiligt ist, sowie Jupiter im Steinbock (dort ist er im Fall). Saturn muss nun, mit Eintritt in den Widder, die Zeitqualität des Augenblicks bis zum erneuten Eintritt in den Widder (2025) umsetzen.

 

Interpretation

Die starke Widder-Sonne in Konjunktion mit dem Mondknoten deutet auf karmisch-geschichtliche Schattenbereiche hin, die in dieser Phase von 29 Jahren ins Licht geholt und erlöst werden will. Die starke Widder-Betonung ist Ausdruck einer gewalttätigen Energie, die sich Bahn brechen muss. Das große Quadrat im Kardinalkreuz ist ein extremistischer, kriegerischer Impuls, in dem viel Gewalt, Konfrontation, Leid und schnelle Veränderungen vorgezeichnet sind. Eine Phase in der der 1. Strahl Wille/Macht aufräumt und Erneuerung vorbereitet. Nur um einige dieser durch Gewalt herbeigeführten Veränderungen zu nennen, ohne auf „kleinere“ Konflikte, wie Bürgerkriege einzugehen (es wären Dutzende mehr): Tscheschenienkrieg (1994 – 2009), Jugoslawienkriege (1996 -1999); Anschlag 9/11 (2001) ; Afghanistankrieg (2001 – 2021); „Krieg gegen den Terror“ (seit 2001), schwere weltweite Anschläge (1999 bis 2016), Libanonkrieg (2006); Irakkrieg (2003 – 2011), Intifada (2000 bis 2005); Syrischer Krieg (seit 2011); Krieg gegen Islamischer Staat (ab 2014); Krieg Ostukraine (2014), Krieg Mali, Südsudan Jemen, Kongo (seit 2012); Russland/Ukraine Krieg seit 2022. Das ist selbstverständlich keine vollständige Aufzählung aber ruft vielleicht in Erinnerung durch welche Zeiten wir gegangen sind und gehen. Wohlgemerkt ist hier nur der Fokus auf große, gewalttätige Auseinandersetzungen gelegt. Andere Bereiche der Destabilisierung und Aggression (wirtschaftlich, klimatisch, sozial, finanziell) sind hier nicht erwähnt. Diese werden über den Saturn-Impuls in Widder hinaus, durch Pluto (Zerstörung staatlicher Strukturen), Neptun (Auflösung von Grenzen auf allen Ebenen) und Uranus (technische Innovationen und Verwerfungen) kreiert.

Saturn bildet im Horoskop seines Eintritts in den Widder drei „Talentdreiecke“ – je eine Kombination aus einem Trigon und zwei Sextilen. Die nebenstehende Grafik zeigt ausschließlich die Saturn-Aspekte. Diese drei luftig-feurigen Energiedreiecke binden die schicksalsprägenden Transsaturner (Uranus, Neptun, Pluto) optimal ein und dynamisieren und fördern die Umsetzung der Saturnaufgabe ungemein. Das mag, in Verbindung mit den gewalttätigen und leidvollen Konsequenzen, die daraus erwachsen sind, vielleicht zynisch klingen, zeigt jedoch nur wie plangesteuert, schnell und konsequent die Gegenwart sich umgestaltet.

Interpretation

Eine großes Beschleunigungs- und Eskalationspotential findet sich in diesem Horoskop. Pluto in Schütze (1995 bis 2008), führt die Saat der extremen Seiten von Ideologien und Religionen mit sich. Im Steinbock (2008 bis 2025) vollendet Pluto dann mit Hammerschlägen die Relativierungen und Entgrenzungen Neptuns, der sich bis 1999 im Steinbock befand. Überlebte, sinnentleerte, zerstörerische Systeme, Strukturen und Muster müssen verschwinden, damit eine lebens- und liebenswerte Welt neu entstehen kann. Menschen mit gesundem Menschenverstand wissen, dass dies geschehen muss – zum Wohle des Planeten Erde. Uranus ließ und lässt die technischen Innovationen nahezu explodieren. 1995 gab es das Internet praktisch noch nicht. Der unglaubliche Siegeszug dieser Technologie nahm erst mit Uranus in Wassermann seinen Anfang (1995 bis 2003). Saturn mit dem Anfangsimpuls in Widder 1996 war und ist immer noch der Ausführende dieses Plans auf der physischen Ebene. Letztlich entsteht jedoch aus diesem Geschehen Evolution des Bewusstseins, Neubestimmung und größere innere und äußere Freiheit. Möglicherweise braucht es dafür länger als eine Lebensspanne …

Saturn in den Fischen – ab 7. März 2023

Saturn in den Fischen

Was zeigt nun die Zeitqualität vom Augenblick des Eintritts von Saturn in das Zeichen Fische am 7.3. 2023 für die kommenden 2,5 Jahre? Bei Betrachtung des nebenstehenden Horoskops fällt ins Auge, das am Tag des Eintritts von Saturn in
die Fische nahezu zeitgleich der Vollmond auf der Fische/Jungfrau Achse stattfindet. Neben Saturn und Sonne befinden sich ebenfalls Merkur und Neptun im Zeichen Fische. Außer Pluto versammeln sich alle anderen astrologischen Faktoren zwischen Fische und Jungfrau (gegen den Uhrzeigersinn).

Saturn in den Fischen – Interpretation

Die Einfassung des astrologischen Geschehens innerhalb der Jungfrau/Fische-Achse ist bedeutsam. Jungfrau steht für rationale Lösungen, Nachvollziehbarkeit, Kontrolle, Reinigung, für Werte allgemein, für Dienstbarkeit und Pragmatismus. Fische sind
das direkte Gegenteil davon: Irrationalität, Auflösungen von Werten, Unklarheit, Chaos, Medialität, Abhängigkeiten, Sehnsucht, Mystik und Spiritualität. Wasserzeichen – und Fische als letztes Zeichen des Tierkreises stehen für das Ende der Dinge. Die starke Fische-Betonung zieht buchstäblich die erdige, rationale Jungfrau hinein in die Relativierung. Mit anderen Worten: Die Irrationalität, die Wahnhaftigkeit und überzogenen, irrationalen Reaktionen, Unsicherheiten über die Zukunft, das Entgleiten von sicher geglaubten zivilisatorischen Errungenschaften, die Dramatisierungen der Propaganda – alles diese Dinge werden uns weiter begleiten. In der spirituellen Dimension dieser Achse wächst Liebe, Hingabe und Mitgefühl. Die Bereitschaft Dienst zu leisten, Solidarität zu leben und Bedürftige zu unterstützen wird zunehmen. Globale Netzwerke bezeugen die subjektive Welt und die heilige Verbindung zum Göttlichen – (noch) unerkannt von der Welt.

Saturn in den Fischen – Transit-AuslösungenSaturn in den Fischen

Es ist bemerkenswert, dass Chiron, der 1996 in Waage in Opposition zu Mars im Widder stand (siehe Innenkreis nebenstehender Grafik), seit 2018 und bis 2026 als Transit durch den Widder läuft. Dabei besucht er der Reihe nach Saturn, Mars, Mondknoten, Sonne und Merkur, löst die karmische Mondknotenachse und die Opposition zum Radix-Chiron aus. (siehe Außenkreis im Horoskopausschnitt). Die dort gebundene kriegerische Energie wird erneut durch den Transit ausgelöst (Außenkreis Chiron in blau). Es ist sicher kein Zufall, das beim Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine der Transit-Chiron nahezu minutengenau auf dem Mars des Horoskops 1996 stand und diesen Krieg auslöste. Der Transit-Chiron wirkt gemeinsam mit dem Transit- Jupiter, was ein deutliches Zeichen dafür ist, das hier eine verborgene Sinnhaftigkeit wirkt – auch wenn wir das vielleicht jetzt noch nicht verstehen und die Heilung möglicherweise ianders aussieht, als wir uns das vorstellen. Letztlich wird der Durchgang Chirons durch den Widder bis 2025 die Auslösung des Saturn-Horoskops 1996 abschließen. Dann ist der Raum frei und die Zeit reif für einen neuen Impuls – mit Eintritt Saturns in den Widder 2025.

Zusammenfassende Betrachtungen

Saturn obliegt die Herrschaft über das Karma, die Zeit und in Zusammenhang mit den Fischen bewacht er den Übergang zwischen Diesseits und Jenseits bzw. Vergangenheit und Zukunft. Er ist hier und jetzt der Hüter der Schwelle. Saturn hat die Aufgabe für Verdichtung zu arbeiten und Sichtbarkeit herzustellen. Eine schwierige Aufgabe in den Fischen! Wie kann Saturn hier wirken, wenn, wie in den Fischen, kein Anfang und kein Ende sichtbar ist, wenn die Konsequenzen des Geschehenen im Nebulösen und Relativem verschwinden? Was, wenn es keine Materialisierung und auch keine (erkennbare) Struktur gibt, nichts was man anfangen und beenden kann, es keinen festen Grund unter den Füßen gibt? Genau in dieser Situation befindet sich die Menschheit nun (was auch noch weitere astrologische Faktoren anzeigen). Eine gegenwärtig uns allen bekannte Situation.

In einer solchen Zeit lösen sich Werte auf, werden vermeintliche Sicherheiten relativiert, können immer neue Wirklichkeiten konstruiert werden. Ein großer Spielplatz für Vorstellungen, Illusionen und Manipulationen, die als Wahrheit daherkommen und in Auflösung, Lächerlichkeit und/oder Enttarnung enden. Rationalität, Werte, Ordnung und Nachvollziehbarkeit, die sich im gegenüberliegenden Zeichen Jungfrau herausgebildet hatten, gelten nun nicht mehr. Sie lösen sich auf. Scheinbar sind wir verloren – wir „schwimmen“. „Nur“ die überall präsente und doch nicht genau erkennbare Essenz des Vergangenen im Gegenwärtigen ist spürbar. Das kann und wird weiterhin Befürchtungen, Ängste, Enge auslösen, beispielsweise vor neuen Pandemien, Kriegen, Inflation, fremden Einflüssen, anderen Lebensentwürfen, wirtschaftlichem Niedergang, psychischer Destabilisierung, etc.

Saturn verlangt stets nach Struktur und Realisierung. Er bringt, insbesondere in den Fischen, die Konsequenzen des Vergangenen auf den Punkt. Was geschehen ist, ist geschehen. Es lässt sich nicht mehr ändern. Wir müssen akzeptieren „wie es ist“. Saturn erhebt das Ergebnis des kompletten vergangenen Zyklus (ab 1996) auf eine höhere Ebene, bringt den durchlebten Zyklus in Beziehung zum ursprünglichen Impuls und sorgt für Erkenntnis und mögliche Konsequenz – und für einen neuen Aussaatimpuls (Saturn in Widder 2025), der uns, die Menschheit, einen Schritt weiterbringt auf unserer Pilgerreise.

Auf eine gewisse Weise „ergibt“ sich Saturn in dem Zeichen Fische. Es bleibt nichts mehr zu tun. Die Realisierung verlagert sich von der materiellen Ebene auf die ätherisch, emotionale und die spirituelle Ebene. Was kann Saturn hier bewirken? Er sorgt für Sichtbarwerdung verborgener Zusammenhänge. Er schenkt uns die Möglichkeit Transzendenz und Einsicht „zu sehen“ und zu erfahren. Er bietet die Einsicht in den Plan Gottes an und öffnet die Tore zu einer höheren Ordnung, die über die kleine menschliche Ordnung und Einsicht hinausgeht.

Saturn ist unser liebevoller aber strenger Lehrer, der uns stets wohlwollend aber eindringlich darauf hinweist, dass wir erst einmal zu akzeptieren haben „was ist“. Erst dann kann es Veränderung und Weiterentwicklung geben. Neue Gelegenheit, Öffnung, Heilung erscheint dann in Gestalt des Jupiter. Das gilt sowohl kollektiv wie auch individuell.

Gehen wir gemeinsam, wach und bezeugend durch diese Zeit! Um es mit Rumi zu sagen:

Lass den Himmel sich auf der Erde widerspiegeln, auf dass die Erde zum Himmel werden möge.

 

Das folgende Video ist thematisch ähnlich wie der  vorangegangene Text – aber vielleicht enthält es noch den einen oder anderen zusätzlichen Hinweis.

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